Auf der Flucht



Kapitel 20



Dann ging alles sehr schnell. Die Fahrzeuge kamen unmittelbar vor den vier Männern zum stehen und die Türen sprangen auf. Mit vorgehaltenen Waffen stiegen einige Männer aus und nahmen Ben und Derek die beiden Gefangenen ab.
Der Hubschrauber landete und aus dem Cockpit stieg ein Mann aus. Während er auf Ben und Derek zukam, nahm er seinen Helm ab.
„Roger, schön Dich wieder zusehen“, begrüßte Ben den Mann mit einem Handschlag.
„Ben, dass ich das noch mal erlebe, dass Du einen Fuß in dieses Land setzt, hätte ich auch nicht gedacht.“
„Ich auch nicht Roger.“ Ben schaute Derek an. „Derek darf ich Dir einen alten Freund von mir vorstellen? Roger Hamilton. Er leitet das örtliche Büro des MI5. Roger, das ist mein Bruder Derek.“
Derek reichte Roger die Hand. „MI5?“ Er sah Ben an. „Du hast Kontakte zum MI5 und spannst mich mit ein?“
Ben zuckte mit den Schultern. „Ich wusste nicht, ob der MI5 mich unterstützen würde. Der frühere Leiter konnte mich nicht leiden. Ich wusste ja nicht, dass Roger inzwischen befördert worden war.“
„Keine Angst, wir haben die ganze Zeit die Situation überwacht. Wenn etwas schief gelaufen wäre, hätten wir sofort eingegriffen“, beruhigte Roger Derek.
„Und was ist mit Meg? Hast Du etwas über ihren Aufenthaltsort ausfindig machen können?“
Roger nickte. „Ja, per Sattelitenüberwachung wissen wir, wo Tamory und O’Hara hergekommen sind. Ein kleines Haus, ca. 15 Meilen von hier. Dem Infrarot zum Folge befinden sich noch zwei Personen in dem Haus.“
„Und Du meinst, dort ist Meg?“
„Ja, alles deutet darauf hin. Tamory und O’Hara haben laut unseren Informanten auf eigene Faust gehandelt. Keiner in ihrer Organisation weiß etwas von der Entführung von Miss Cummings.“
„Verstehe“, nickte Ben. „Ich will sofort zu ihr.“
„Das habe ich mir schon gedacht. Mit dem Heli sind wir in ein paar Minuten dort.“
„Gut“, nickte Ben „worauf warten wir noch.“
Ben und Roger eilten auf den Hubschrauber zu und Derek folgte ihnen.
„Moment mal, ihr wollt mich doch jetzt hier nicht zurück lassen, oder?“
Ben blieb stehen und sah seinen Bruder an. „Willst Du etwa mitkommen?“
Derek nickte. „Natürlich, schließlich will ich doch die Frau kennen lernen, für die ich das alles riskiert habe.“
„Also gut, aber halte Dich an unsere Anweisungen, verstanden?“
„Jawohl Sir.“ Derek salutierte spielerisch vor Ben.
Dann bestiegen die drei Männer den Hubschrauber.

Wenige Augenblicke später hob der Hubschrauber ab. Derek beobachtete wie sein Bruder und Roger Hamilton die Köpfe zusammen steckten und die Lage besprachen. Dann reichte Roger Ben eine Schnellschusswaffe und überprüfte seine eigene noch einmal. Dann wandte er sich an Derek.
„Sie bleiben hier im Hubschrauber, bis wir die Lage gesichert haben, verstanden?“
Derek nickte „Alles klar.“
Der Hubschrauber landete und Derek sah Ben und Roger nach, die aus dem Helikopter sprangen. Geduckt liefen die beiden auf das kleine Haus zu, dass einsam am Rande einer Klippe stand. Ben und Roger postierten sich rechts und links von der Haustür. Dann nickten sie sich zu, bevor Roger die Tür mit einem kräftigen Tritt aufstieß und Ben ihm dabei Deckung gab. Dann betraten sie mit vorgehaltenen Waffen das Haus.

Briana hatte bereits den Hubschrauber gehört und sich auf einen der einfachen Küchenstühle gesetzt. Nun wartete auf das, was nun passieren würde. Als zwei Bewaffnete Männer das Haus stürmten, hob sie die Hände hoch, als Zeichen, dass sie sich ergab.
„Ich nehme mal an, die beiden haben es vermasselt“, sagte sie leise.
„Ja Ma’am, das haben sie“, bestätigte Roger.
„Wo ist sie?“ wollte Ben wissen.
„Im Raum neben an. Es geht ihr gut“, erklärte Briana.
Roger nickte Ben zu. „Geh schon, ich habe hier alles unter Kontrolle.“
Ben zögerte keinen Moment. Er schloss die Tür zum Nebenzimmer auf und betrat den Raum. Seine Augen brauchten einen Augenblick, bis sie sich an das Dämmerlicht gewöhnt hatten, doch dann sah er sie.
Meg lag verängstig auf dem Bett und blinzelte. „Was wollen Sie von mir?“
Mit zwei langen Schritten war Ben bei ihr und nahm sie in seine Arme. „Es ist alles Gut Meg, ich bin da.“
„Oh Ben“, schluchzte Meg auf. „Ich hatte ja solche Angst.“
„Ich weiß mein Liebling und es tut mir leid“, versuchte Ben Meg zu beruhigen.
„Nicht Ben, ich wusste die ganze Zeit, dass Du kommen würdest.“
„Ich konnte Dich doch nicht im Stich lassen.“ Ben drückte Meg an sich.
„Ich hatte solche Angst, dass sie Dir etwas antun.“ Meg schlang ihre Arme um Ben.
„Wir haben sie verhaftet, sie sind keine Gefahr mehr für uns“, erklärte Ben.
„Wir? Dann hattest Du also Hilfe?“ wollte Meg wissen.
„Ja“, nickte Ben „und ich würde Dir gerne die wichtigsten Helfer vorstellen. Bist Du soweit okay?“
Meg nickte. „Ja, ich möchte nichts lieber als hier raus.“
Ben legte seinen Arm um Megs Taille und führte sie in die Küche zurück.
Roger hatte Briana inzwischen Handschellen angelegt und verhörte sie nun.
„Roger, darf ich Dir Miss Meg Cummings vorstellen? Meg, das ist ein alter Freund von mir, Roger Hamilton. Er arbeitet für den MI5.“
„Dem englischen Geheimdienst?“ Meg reichte Roger die Hand. „Danke für alles.“
„Nicht zu danken Miss“, lächelte Roger.
„Komm, da draußen im Hubschrauber wartet noch jemand, den ich Dir gerne vorstellen möchte“, erklärte Ben Meg.
Hand in Hand verließen die beiden das Haus. Als Derek vom Hubschrauber aus beobachtete, wie Ben mit einer jungen Frau an der Hand aus dem Haus kam, stieg er aus dem Helikopter. Langsam ging er auf Ben und die Frau zu.

Meg glaubte ihren Augen nicht zu trauen, als Ben noch einmal auf sie zukam.
„Ben?“ Sie sah den Mann neben sich an. „Was geht hier vor? Wer ist das?“
Ben drückte ihre Hand und als sie vor Derek standen, lächelte er. „Meg, das ist mein Bruder Derek. Mein Zwillingsbruder. Derek das ist Meg Cummings, die Frau, die ich liebe.“
„Zwillingsbruder?“ Meg sah Ben überrascht an. „Aber Du hast mir doch erzählt, dass Dein Bruder jünger ist als Du.“
„Er ist ja auch älter“, grinste Ben. „Ganze zehn Minuten.“
„Und auf diese zehn Minuten bildet sich mein Bruder sehr viel ein.“ Derek reichte Meg die Hand. „Erfreut Sie kennen zulernen.“
„Derek hat mir sehr geholfen, er hat den Lockvogel für Tamory und O’Hara gespielt“, erklärte Ben.
„Danke Derek“, Meg drückte Dereks Hand. „Ich bin Ihnen zu großen Dank verpflichtet.“
„Ach schon gut“, winkte Derek ab. „Ohne Sie hätte ich meinen Bruder bestimmt nicht wieder gesehen, also schulde ich Ihnen eigentlich Dank.“
Roger kam mit Briana aus dem Haus.
„Lasst uns ins Hauptquartier zurück kehren und die Protokolle aufnehmen“, schlug er vor.
Ben nickte. „Ja, lasst es uns so schnell wie möglich hinter uns bringen.“
Sie stiegen alle in den Hubschrauber und kurze Zeit später hob dieser ab.



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